Berlin, im Juni 2001

Keine Keimbahnintervention in Deutschland

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. fordert sachbezogene und verantwortungsvolle Forschung und sichere Rechtslage.

Prof. Hans Georg Bender, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Gebrutshilfe e.V. (DGGG), nahm heute in München zu den im März 2001 publizierten und jetzt aktuell in der Presse gemeldeten Schwangerschaften nach Ooplasma-Transfer Stellung: "Der derzeitige wissenschaftliche Kenntnisstand läßt reproduktionstechnische Maßnahmen, wie sie den berichteten Schwangerschaften zugrunde liegen, nicht akzeptabel erscheinen."

In Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften hat die DGGG in einem Positionspapier vom 10. April 2001 auf die neuen reproduktionmedizinischen Techniken hingewiesen und den damit in Zusammenhang stehenden öffentlichen Diskussions- und rechtlichen Regelungsbedarf dargestellt: Darunter ist auch auf den Transfer von Ooplasma eingegangen worden, für den, wie für Eingriffe in die Keimbahn ein zukünftiges Verbot in Verlängerung des derzeitigen Embryonenschutzgesetzes gefordert wird. "Mit dem Positionspapier werben wir für eine verantwortungs- und sachbezogene Diskussion in Vorbereitung einer gesetzlichen Regelung der aufgeworfenen Fragen in der Reproduktionsmedizin", so Bender.

Die bisher vorgelegten Konzepte basieren auf einer fachlich begründeten, auf die Strukturen der Selbstverwaltung gestützten Kontrolle. "Aufgrund der Tatsache, dass alle reproduktionsmedizinischen Maßnahmen dem bundesweit geltenden Embryonenschutzgesetz unterworfen sind, gibt es hier nicht das Problem, dass die staatliche Aufsicht wie in den USA nur für öffentlich finanzierte Institute und nicht für private gilt", stellt Bender abschließend fest.

Das Positionspapier kann angefordert werden.

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