DGGG würdigt Lebensleistung des Brustkrebsexperten Prof. Dr. Michael Untch
Prof. Dr. med. Michael Untch, langjähriger Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Helios Klinikum Berlin-Buch und international anerkannter Burstkrebsexperte, hat mit einem wissenschaftlichen Abschiedssymposium in Berlin seinen Übergang in den (partiellen) Ruhestand begangen. DGGG-Präsident Prof. Dr. Gert Naumann und DGGG-Generalsekretärin Ilse Fragale würdigten die wissenschaftlichen Leistungen und das Engagement von Prof. Untch innerhalb der Fachgesellschaft.
Zahlreiche internationale und nationale Gäste aus dem Fachgebiet sowie ehemalige Patientinnen gingen bei dem Abschiedssymposium für Prof. Untch Ende April auf die Verdienste des 68-jährigen für Diagnostik und Therapie in der Gynäkologie und Geburtshilfe ein.
Als Student der Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München hatte Untch bereits 1984 die Forschungstätigkeit im onkologischen Labor der Universitätsfrauenklinik des Klinikums München-Großhadern aufgenommen. 1986 wurde er Assistenzarzt in der Universitätsfrauenklinik, 1989 bis 1991 bekam er eine PostDoc Stelle an der University of Miami in USA, zwei Jahre später wurde er zum Oberarzt ernannt. Ab 1996 wirkte Michael Untch in der Mammakarzinomprojektgruppe als stellvertretender Vorsitzender im Tumorzentrum München. Nach seiner Habilitation 1999 wurde er 2005 zum apl. Professor berufen. Über mehr als 10 Jahre leitete er das Konsortialzentrum für familiären Brust und Eierstockkrebs an der LMU München.
Seit Januar 2006 war er Chefarzt der Frauenklinik sowie Leiter des interdisziplinären Brustzentrums am Helios Klinikum Berlin-Buch und entwickelte die Klinik zu einem zertifizierten Hochleistungszentrum für die Behandlung von Brustkrebs und gynäko-onkologischen Erkrankungen. Außerdem leitete er die Geburtshilfe im Perinatalzentrum Level 1. Unter seiner Leitung stieg die Anzahl der Geburten von 800 auf über 3.200 im Jahr.

Er gehört zu den wenigen Allroundern des Fachgebietes. In der Fachgruppe des Helios Konzernes leitete er über mehr als 15 Jahre die AG Gynäkologische Onkologie und Senologie. Mehr als 20 Jahre wirkte Prof. Untch kontinuierlich bei der Leitlinienarbeit der Deutschen Krebsgesellschaft und der DGGG zur S3-Leitlinie und der Leitlinie Mammakarzinom der AGO mit und war in zahlreichen Fachgremien vertreten. Er gehört zu den Gründern der AGO-Studiengruppe Mammakarzinom. Der sogenannte H Faktor in namhaften Publikationen überschreitet die magische Zahl 10 mit über 1.000 internationalen Publikationen, die über 50.000 mal zitiert wurden.
O-Ton Prof. Untch: „Über 40 Jahre lang war und bleibt für mich die klinische Geburtshilfe, die operative und die medikamentöse Gynäkologische Onkologie und Senologie untrennbar. Mein wissenschaftlicher Fokus war speziell die Verbesserung der Behandlung bei Patientinnen mit Mammakarzinom und gynäkologischen Tumoren. Dabei liegt mir die Ausbildung und Weiterbildung unseres klinischen und wissenschaftlichen Nachwuchses am Herzen. Standardverändernde Therapiestudien wurden aus unseren eigenen Reihen konzipiert und mit weltweiter Beteiligung durchgeführt und hochrangig publiziert. Damit haben wir gerade aus Deutschland und speziell auch aus unserem Klinikum die neoadjuvante Therapie bei aggressiven Brustkrebsformen wie z.B. HER2-positives bzw. triple negatives Mammakarzinom nicht nur entscheidend geprägt, sondern auch neue Standards gesetzt.“
Seine Lehrtätigkeit wird Prof. Michael Untch nach seinem Abschied als Chefarzt fortsetzen: Seit April 2025 ist er Lehrstuhlinhaber für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Medical School Berlin (MSB). Er leitet weiter die Studienzentrale der Frauenklinik im Helios Klinikum Berlin Buch und engagiert sich für einen besseren Zugang zu innovativen Studien im Rahmen der Berlin Brandenburg Oncology Alliance (BOA) und German Oncology Alliance (GOA).
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