„Wir müssen uns gegen die Ökonomisierung der Medizin zur Wehr setzen“ DGGG-Kongress 2012, Eröffnungs-Pressekonferenz am 4.10.2012

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Nichts hat die Medizin in den letzten zehn Jahren so verändert wie die Ökonomisierung und das Primat der Finanzen, so Prof. Dr. med. Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburthilfe (DGGG), bei der Eröffnungs-Pressekonferenz zum 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe am 4. Oktober 2012 in München.

Dieses Primat der Finanzen, so Friese, greift nicht nur in die klinische Arbeitswelt ein, sondern zunehmend auch in die Vorstellung vom Arztsein selbst. Der Arzt als Dienstleister, der Patient als Kunde, die Behandlung eine Ware in einem betriebswirtschaftlich ausgerichteten Prozess, den es nach arztfremden Kriterien zu optimieren gilt – aus diesem Denken gelte es auszubrechen. 

„Es ist eine Perversion der Medizin, wenn Ärztinnen und Ärzte sich fragen, ob ein Patient für die Klinik profitabel sei; es ist ein grundfalscher Ansatz und nährt den Vorwurf der Korrumpierbarkeit, wenn Kliniken Chefärztinnen und Chefärzte nach erbrachten Leistungen honorieren, so dass sie Einschnitte im Gehalt hinnehmen müssen, wenn sie einträgliche Behandlungen bei ihren Patientinnen unterlassen. Wir müssen uns gegen eine solche Ökonomisierung der Medizin zur Wehr setzen“, konstatiert der Präsident der Fachgesellschaft.

Ärzte sind keine Investment-Banker, so Prof. Dr. med. Klaus Friese. Ihre beruflichen Grundlagen sind neben einer hochwertigen Ausbildung Humanität, menschliche Zuwendung und Empathie und nicht Wettbewerb und Marktgesetze. Es sei die falsche Sichtweise, Krankenhäuser als Orte maximaler Gewinnentnahmen zu sehen: Statt die Versorgung in Sachen Medizin und Pflege bis hin zum Reinigungs- und Hilfspersonal immer weiter zu rationalisieren, damit Aktionäre aus diesen Systemen und damit aus den Beiträgen der Versicherten Gewinn abschöpfen können, sollten solche Überschüsse im Gesundheitssystem erhalten bleiben. 
Der 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird am 9. Oktober 2012 im ICM München eröffnet. Prof. Dr. med. Klaus Friese wird seine Thesen im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung bei seiner Rede mit dem Titel „Medizin für die Frau – die Zukunft im Blick“ vortragen (Saal 1, 16.15 bis 17.45). 

Im Anschluss an die Eröffnungsrede von Prof. Friese ist die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. med. Ursula von der Leyen, zum Thema zum Festvortrag zum Thema „Können wir uns unsere heutige Medizin in der Zukunft noch leisten?“ eingeladen.

Die Eröffnungsveranstaltung ist für akkreditierte Medienvertreter/innen frei zugänglich.

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