In-Vitro-Maturation (IVM) - Erste Geburt in Deutschland nach neuer reproduktionsmedizinischer Behandlungsform

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Der Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG Prof. Dr. Klaus Diedrich teilte heute die Geburt des ersten Kindes in Deutschland nach In Vitro Maturation (IVM ) mit. Die In-Vitro Maturation wurde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck durchgeführt.

Lübeck. Die am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, im Rahmen einer Studie untersuchte Methode der In Vitro Maturation (exkorporale Reifung der Eizellen) führte jetzt zur ersten Geburt in Deutschland eines mit diesem Verfahren gezeugten Kindes. In Deutschland wird diese neue Behandlung erst in den Universitätskliniken Lübeck und Heidelberg angeboten.

Prof. Klaus Diedrich, Klinikdirektor und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG erläutert: "Die In Vitro Maturation (IVM) stellt eine innovative Möglichkeit zur Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches dar. Bei der IVM-Behandlung werden Eizellen im natürlichen Zyklus nach kurzer und niedrig dosierter Hormongabe im noch unreifen Stadium gewonnen und über wenige Stunden außerhalb des Körpers gereift, während bei der konventionellen In Vitro-Fertilisation (IVF)-Therapie das Heranreifen von Eizellen im Körper der Frau durch eine hoch dosierte, oft nebenwirkungsreiche und kostenintensive Hormongabe stimuliert wird." Bei der IVF-Behandlung muss in fünf bis acht Prozent der Fälle mit der Gefahr eines Überstimmulationssyndroms mit Folgen von Thrombose oder Embolie, sowie allgemeinen Nebenwirkungen gerechnet werden. Die Kosten bei IVM liegen ca. 50 Prozent unter dem bisherigen Kostenansatz für eine herkömmliche IVF-Behandlung (3.000 EURO). Die IVM Methode ist für jüngere Frauen bis 37 Jahre geeignet.

Die Befruchtung und Rückübertragung von Embryonen laufen bei der In Vitro Maturation (IVM) nach dem gleichen Prinzip wie bei dem herkömmlichen IVF-Verfahren ab.

Durch die Anwendung dieser Methode ist es jetzt bundesweit erstmals gelungen, einer 31-jährigen Patientin, die seit drei Jahren an unerfülltem Kinderwunsch litt, eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Nach unauffälligem Schwangerschaftsverlauf wurde die Patientin am 14.12.2005 von einem gesunden Jungen spontan entbunden. Mutter und Kind sind wohlauf.

Das Kinderwunschteam aus Lübeck freut sich über den Erfolg dieses modernen Behandlungskonzeptes und wird die Behandlung, fortsetzen. "Nach den bisherigen Erfahrungen stellt diese Methode langfristig eine Alternative zu den heute etablierten Behandlungskonzepten der Reproduktionsmedizin dar," so Prof. Diedrich abschließend.

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Oberarzt Dr. Sören von Otte
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Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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