Erklärung zum Schwangerschaftsabbruch nach PND

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Die DGGG bedauert, daß in der Globaldebatte über Biotechnologie das besondere Problem der PID aus den Augen verloren wurde und als ein Paradigma des gefürchteten Dammbruchs in eine allgemeine Ablehnungshaltung inkorporiert wird.

Aus diesem Anlass möchte die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe nochmals auf die grundsätzliche Ausgangslage der Präimplantationsdiagnostik hinweisen: Mit diesem seit längerer Zeit in vielen Ländern angewandten Verfahren gibt es eine neue Methode, bei genetisch für schwere Krankheitsbilder der Nachkommen prädisponierten Paaren das Leid zu vermeiden, das nach Eintritt einer Schwangerschaft mit dem intrauterinen Nachweis des betreffenden Krankheitsbildes und daraus resultierendem Schwangerschaftsabbruch ausgelöst wird. Unter diesen Voraussetzungen wird es für nicht vertretbar gehalten, die Interessen der betroffenen Familien, insbesondere der Frauen, als deren Anwalt sich die DGGG fühlt, zu übergehen.
Der Grundgedanke, der auch im Zusammenhang mit der Straffreistellung beim Schwangerschaftsabbruch gültig ist, ist die Zumutbarkeit oder Nichtzumutbarkeit für eine Frau. Mit dem Entschluss zur Präimplantationsdiagnostik, die konsequenterweise genauso für die Pränataldiagnostik gelten würde, äußert die betroffene Frau eindeutig, daß sie das Austragen eines schwer geschädigten Kindes als unzumutbare Belastung empfindet. Sie ist bereit, in diesem Zusammenhang die belastende Behandlung der in vitro-Fertilisation in Kauf zu nehmen, um einen späteren Schwangerschaftsabbruch mit körperlichen und seelischen Auswirkungen zu vermeiden.

Unter diesen Gegebenheiten plädiert die DGGG dafür, die Präimplantationsdiagnostik im Interesse der Frauen zuzulassen, die aus eigener Erfahrung die Belastung mit einem schwerkranken Kind nicht ertragen könnten, auf der anderen Seite aber auch den Weg über eine Abtreibung gehen können. Die DGGG hält es für nicht vertretbar, Frauen den Weg der geringeren Belastung nicht zu eröffnen.

Prof. Dr. Hans Georg Bender
Präsident Düsseldorf

 

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