DGGG-Kongress 2012 - Menopause – Hormontherapie geht doch DGGG-Kongress 2012 - Eröffnungs-Pressekonferenz am 4.10.2012

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Das Risiko der Hormontherapie für Frauen im Klimakterium ist kleiner als lange angenommen und muss deutlich differenzierter betrachtet werden. Neue Therapieschemata und auch weitere Detail-Auswertungen bereits bekannter, großer Studien haben in den letzten Jahren zu dieser Neubewertung geführt, die auf dem 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe diskutiert wird.

Wichtig ist vor allem, dass die verstärkte Gerinnungs- und Thromboseneigung unter Östrogenen praktisch vermieden werden kann, wenn transdermale Systeme, also Hormonpflaster oder cremes, verwendet werden. Damit lässt sich eines der wichtigen Gesundheitsrisiken der Hormonbehandlung weitgehend ausschließen. Darüber hinaus wird das Risiko einer Stimulation mikroskopisch kleiner Brustkrebs-Herde durch Östrogene offenbar wesentlich durch die Zugabe von Gestagene mitbeeinflusst, so Prof. Dr. med. Christian J. Thaler, München. Dies zeigte der sogenannte Mono-Arm der WHI-Studie, denn hier fanden sich bei Frauen, die nur Östrogene erhalten hatten sogar geringfügig weniger   Brustkrebsfälle als unter Placebo.Die Gestagene werden der Hormontherapie zugesetzt, damit unerwünschte Schleimhautwucherungen der Gebärmutter unter der Östrogengabe verhindert werden. Deshalb wurde bisher auf Gestagene nur bei Frauen verzichtet, bei denen die Gebärmutter bereits entfernt ist. Es wird derzeit allerdings intensiv diskutiert, welche Möglichkeiten es gibt, Gestangene bei der als Zusatz der Östrogentherapie von Wechseljahr-beschwerden zu vermeiden.

Vielversprechend ist hier ein neuer Therapieansatz, und zwar eine Kombination einer reinen Östrogentherapie mit einem Arzneimittel, das auf einen Teil der Östrogen-Rezeptoren einwirkt (selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren = SERM). Diese Arzneimittel können die negativen Auswirkungen einer Östrogentherapie – auf die Gebärmutterschleimhaut, Blutungen etc – ausgleichen, verhindern gleichzeitig aber nicht die günstigen Wirkungen der Östrogene auf die typischen körperlichen Erscheinungen der Wechseljahre. Zusätzlich verstärken SERMs die günstigen Effekte der Östrogene auf den Knochen, und möglicherweise schützen sie sogar direkt gegen Brustkrebs. 

„Es könnte sein, dass sich hier völlig neue Behandlungsansätze ergeben“, so Prof. Thaler. „Wir sind gespannt auf die Diskussionen auf dem DGGG-Kongress.“

© DGGG 2012

Ansprechpartner für die Medien: 

Prof. Dr. med. Christian J. Thaler

Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (www.repromedizin.de

Vorstandsmitglied der Deutschen Menopause Gesellschaft

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der LMU

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