Bauchschmerz, Notfall, Blinddarm? Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Plötzliche Schmerzen etwas oberhalb der Leistengegend, da denkt man sofort an eine Blinddarmentzündung. Aber das ist nicht immer die richtige Diagnose. Hinter solchen Schmerzen im Unterbauch, oft verbunden mit Erbrechen oder auch leichtem Fieber, kann sich unter anderem auch eine Drehung der Eileiter und der Eierstöcke verstecken: Eine Drehung von Eileitern und Eierstöcken, der medizinische Fachbegriff lautet „Adnextorsion“, ist der häufigste gynäkologische Notfall.

Eine solche Erkrankung tritt meist aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung auf. In vielen Fällen wird im Ultraschall oder spätestens bei der Operation festgestellt, dass die Eierstöcke vergrößert waren. Häufig findet sich auch eine Zyste oder ein anderer Tumor, der die Drehung ausgelöst hat. Frauen, die wegen einer Kinderwunschbehandlung Hormone bekommen haben, tragen ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung. Auch eine Schwangerschaft scheint die Gefahr für diese Erkrankung zu erhöhen: Jede dritte Adnexerkrankung wird bei einer schwangeren Frau gefunden. Umgekehrt erleiden Frauen, die früher bereits Entzündungen im Beckenraum hatten oder die an einer Endometriose leiden, seltener Andextorsionen. Es wird vermutet, dass Verwachsungen, die in diesen Fällen häufig sind, die Drehung verhindern können.

Früher bestand die Standardtherapie darin, den befallenen Eierstock zu entfernen, damit es nicht zu einem Rückfall oder zu einem Übergang von Blutgerinnseln aus dem Eierstock in den Kreislauf kommt. „Von diesem Vorgehen sind wir heute meistens weggekommen“, betont Prof. Dr. Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Heute versuchen die Frauenärztinnen und –ärzte, die die Patientin operieren, eher, den Eierstock zurückzudrehen und zu erhalten, wenn er gesund ist und kein Tumor gefunden wurde.

© DGGG 2011. 

Quelle: Müller, F., U. Ulrich. Die Adnextorsion. FRAUENARZT 52(2011), S. 1096 bis 1101.

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