Ärzte fordern Medizinfortpflanzungsgesetz

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Prof. Klaus Diedrich, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG, begrüßt die Rede der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zur Biopolitik in der Berliner Humboldt Universität. Zypries hat mit ihren Äußerungen erneut Bewegung in die nationale Debatte zur Embryonenforschung gebracht.

Diedrich fordert ein nationales Medizinfortpflanzungsgesetz: "Wir lehnen eine Freigabe der Embryonenforschung und das Klonen eindeutig ab, aber mir müssen Klarheit in der Fortpflanzungsmedizin haben, Widersprüche und Grauzonen beseitigen."

Ein Medizinfortpflanzungsgesetz soll u.a. die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik unter strenger Indikationsstellung regeln. Diedrich weist in diesem Zusammenhang auf den Wertungswiderspruch zur Pränatalen Diagnostik hin, die bei entsprechender Indikation bis unmittelbar vor der Geburt zu einer Abtreibung führen kann.

Mit seiner Forderung nach einem Medizinfortpflanzungsgesetz thematisiert Diedrich auch die Mehrlingsreduktion: "Die Mehrlingsschwangerschaft ist kein Erfolg in der Reproduktionsmedizin. Es muss deshalb darum gehen, dies zu verhindern. Möglich wird dies durch den Transfer nur eines, nach morphologischer Untersuchung ausgesuchten Embryos. So wird die Chance erhöht, zu einer Schwangerschaft zu kommen bei gleichzeitiger Reduzierung des Mehrlingsrisikos und der Frühgeburtlichkeit."

Die Rede von Brigitte Zypries bringt Deutschland aus dem Abseits wieder zurück in die internationale Diskussion zur Biopolitik. "Wir erwarten, dass durch Regelungen in einem nationalen Medizinfortpflanzungsgesetz dem Tourismus in der Fortpflanzungsmedizin, der durch die derzeitige Gesetzeslage hervorgerufen wird, die Grundlage entzogen wird", so Diedrich abschließend zu einem weiteren Widerspruch in der Biomedizin.

Prof. Diedrich steht für Telefoninterviews zur Verfügung
(Tel. 0172/ 419 47 77 oder 0451/ 500-6374)

 

 

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