Nachruf Dr. med. Horst Ostertag

Nachruf auf Dr. med. Horst Ostertag 

Am 12. Mai 2018 ist Dr. med. Horst Ostertag im Alter von 60 Jahren durch ein tragisches Unglück verstorben. Er leitete seit 2004 die Frauenklinik des Diakonissen-Krankenhauses Flensburg.  

Horst Ostertag wurde am 2. August 1957 in Hamburg geboren und ging auch dort zur Schule. Nach dem Abitur nutzte er die Wartezeit auf den Medizinstudienplatz durch verschiedene Tätigkeiten in Handwerks- und Elektrobetrieben, die seinem technischen Interesse und seinen handwerklichen Fähigkeiten entsprachen. Diese Begabung war ihm später in seinem Beruf von großem Nutzen.  

Von 1980 bis 1986 studierte er Humanmedizin in Hamburg. Von 1987 bis 1995 war er an der Universitätsfrauen- und Poliklinik Hamburg Eppendorf tätig, wo er unter der Leitung von Prof. Dr. H. Maass seine Facharztausbildung absolvierte und ab 1993 Oberarzt war. 1996 wechselte er zusammen mit Prof. Dr. W. Jonat nach dessen Berufung an die Universitätsklinik Kiel, wo er bis 2004 als Oberarzt tätig war. Von Jonat in Kiel als bewährter Organisator zunächst in der Geburtshilfe eingesetzt, fand Ostertag dann seinen festen Platz in der operativen und onkologischen Gynäkologie. Hier war er maßgeblich an der Implementierung des Sentinelkonzeptes beim Mammakarzinom beteiligt. Eine besondere Fähigkeit Ostertags war es, fachlich bedeutsame Innovationen aufzugreifen. So war das auch heute noch aktuelle Thema Digitalisierung bereits in jener Zeit ein Schwerpunkt seiner klinikorganisatorischen Aufgaben. Auch erkannte er frühzeitig die Relevanz eigener Kenntnisse von betriebswirtschaftlichen Aspekten eines Klinikbetriebes.   

Am 01.11.2004 wurde er zum Chefarzt der Frauenklinik des Diako Flensburg in der Nachfolge von PD Dr. Ackermann ernannt. In der Klinik war er entsprechend seines Werdeganges ein Allrounder, der sich um die Gynäkologie und die Geburtshilfe gleichermaßen kümmerte. So gelang ihm und seinem Team auf der einen Seite die Weiterentwicklung des Perinatalzentrums und auf der anderen Seite die Etablierung sowohl eines zertifizierten Brustzentrums als auch Gynäkologischen Krebszentrums, wobei er in den letzten Jahren auch selbst Zertifizierungs-Audits für Onkozert durchführte. In seinen Leitungsfunktionen war H. Ostertag  streng aber stringent, er forderte Leistung von seinem Team, jedoch nicht ohne diese selbst vorzuleben. 

Horst Ostertag war auch privat ein sehr aktiver, interessierter und hilfsbereiter Mensch. Er liebte das Leben auch außerhalb des Krankenhauses. Seine große Leidenschaft, insbesondere seit seiner Zeit an der Ostsee, war das (Regatta)Segeln, das Kräftemesssen mit Natur und Technik. Und so hatte ihn auch das Fliegen als Herausforderung gereizt, seit langer Zeit besaß er einen Pilotenschein.   

Am Vatertag, den 10. Mai 2018, startete Horst Ostertag mit zwei Freunden, einem Hamburger Rechtsanwalt und einem Hamburger Arzt (Onkologen), wie in den letzten Jahren regelmäßig um diese Zeit, eine Flugtour mit einem gecharterten Sportflugzeug. Alle drei waren ausgebildete Piloten, einer hatte zusätzlich die Fluglehrerlizenz. Die Tour ging von Wiesbaden über die französische Atlantikküste nach Lissabon. Auf dem Rückflug von Lissabon in Richtung Barcelona geriet das Flugzeug in einer Bergregion in ein Unwetter und stürzte in einem Waldgebiet in den Bergen Kataloniens ab.   

Dr. Horst Ostertag hinterlässt eine große Familie. Ihnen und den Familien der beiden ebenfalls verstorbenen Fliegerfreunde gilt unser großes Mitgefühl.  

Wir vermissen Horst Ostertag als Freund und Kollegen.    

Prof. Dr. med. Christoph Lindner                Prof. Dr. med. Felix Hilpert
Hamburg                                                Hamburg/Kiel

Dokumente

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Nachruf Dr. med. Horst Ostertag

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