Die Historische Kommission der DGGG

Die Historische Kommission in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) fördert die sachkundige und kritische Beschäftigung mit allen Aspekten der Geschichte der Gynäkologie und Geburtshilfe. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der 1885 gegründeten Fachgesellschaft und der in ihr handelnden Mitglieder. Wir regen einschlägige Forschungen an, unterstützen sie und führen sie selbst durch. Gerne stehen wir Ihnen in diesem Zusammenhang auch als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Zukunft nicht in den Griff bekommen.“

Golo Mann

Das historische Objekt im Fokus

Röntgen-Hände

Testhand nach Dr. Schilling (Anfang 20. Jahrhundert) aus der Erlanger Frauenklinik, re. im Original, li. in der Durchleuchtung mit einem modernen Somatotom. In der Pionierzeit der gynäkologischen Radiologie benutzte das Personal in Unkenntnis der Gefahren die eigenen Hände, um vor einer Therapie mit Röntgenstrahlen die damals sehr schwankende Qualität der Strahlung („Härte“) im Bild zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Viele erlitten schwere Gesundheitsschäden, manche starben nach jahrelangem Siechtum an metastasierten Röntgenkarzinomen.

Theodor Rudolf Schilling (1875-1921), in Erlangen promovierter Arzt aus Nürnberg, hatte 1905 die Idee, eine Skeletthand in einen mit Wachs ausgegossenen Lederhandschuh zu stecken und auf einen mit einem Bleimantel armierten Griff zu montieren, um die Hände des Personals zu schützen. Wenig später bot die Industrie die „Testhand nach Dr. Schilling“ als „Instrument zur Bestimmung der [Röntgen] Röhrenhärte“ an. Das gezeigte Exemplar ist in die Medizinische Sammlung der Universität übergegangen und von dort als Dauerleihgabe an das Erlanger Siemens Healthineers MedMuseum, wo Sie es in der Ausstellung besichtigen können.