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Preise und Stipendien

Carl-Kaufmann-Medaille

Carl Kaufmann (1900 - 1980)

Geboren am 21.8.1900 in Malmedy, Belgien.
Gestorben am 18.8.1980 in Köln.

Nach humanistischem Gymnasium und Studium der Medizin bestand Kaufmann 1923 in Göttingen das medizinische Staatsexamen und fand dort an der Medizinischen Universitätsklinik seine erste Assistentenstelle. Im Jahr 1931 habilitierte er sich mit einer Monographie "Der menstruelle Zyklus", 1935 wurde er Oberarzt und 1936 ausserordentlicher Professor. Während des Krieges "ruhte‘ gewissermaßen seine Tätigkeit. C. Kaufmann galt dem damaligen Regime wegen seiner kompromisslosen Haltung u.a. zu Robert Meyer als wenig zuverlässig. Im Februar 1945 übernahm er vertretungsweise die Leitung der Frauenklinik an der Charité. Nach dem Krieg (1946) wurde Kaufmann nach Marburg berufen. Berufungen nach Freiburg, Hamburg und München lehnte Kaufmann ab, jedoch folgte er 1954 einer Berufung an die Universität zu Köln, wo er bis zu seiner Emeritierung 1970 blieb. Sie bot großzügige Einrichtungen für die Grundlagenforschung, der Kaufmann sich Zeit seines akademischen Lebens eng verbunden wusste.

Drei Schwerpunkte vertiefte er während seiner klinisch-wissenschaftlichen Tätigkeit:

  • die Funktion der weiblichen Sexualhormone und die daraus abgeleitete klinische Therapie;
  • die Histologie des weiblichen Genitales insbesondere der bösartigen Geschwulstbildungen an der Zervix,
  • später auch die bösartigen Erkrankungen der weiblichen Brust einbeziehend.

Kaufmann gründete die Fachzeitschrift "Geburtshilfe und Frauenheilkunde" und führte das "Archiv für Gynäkologie" (gegründet 1870) seit 1939 in Fortsetzung von Robert Meyer.

Medizinisch-wissenschaftlich eng verbunden war Kaufmann mit G.A. Wagner (1873 -1947) in Berlin bis 1945, mit Robert Meyer (1864 - 1947) in den Berliner Jahrzehnten, bis dieser am 1.9.1939 sozusagen in letzter Minute in die USA emigrieren konnte, und zu dem späteren Nobelpreisträger Adolf Butenandt (1903 - 1994), der 1936 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Biochemie in Berlin-Dahlem geworden war, bevor er nach dem Krieg nach Tübingen berufen wurde.

Die klinischen Mitarbeiter Kaufmanns (K.G. Ober, H. Meinrenken, J. Zander) wurden zum Kern der "Kaufmann-Schule".

Der Bundespräsident berief Kaufmann 1961 in den Wissenschaftsrat. Kaufmann verzichtete auf das Schreiben umfangreicher Lehrbücher und auch auf das Präsidentenamt der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Kaufmann starb am 18.8.1980 in Köln.

Seit 1986 verleiht die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe alle zwei Jahre auf ihrem Deutschen Kongress die "Carl Kaufmann-Medaille".

Gekürzte Fassung des Beitrags von Prof. Hans Ludwig, Basel:
Das "Kaufmann-Schema" zur Behandlung dysfunktioneller uteriner Blutungen
Erinnerungen an Carl Kaufmann (1900-1980)

Zeitschrift :
Der Gynäkologe
Verlag:
Springer Berlin / Heidelberg
ISSN 0017-5994 (Print)
1433-0393 (Online)
DOI 10.1007/s00129-008-2148-2

Träger der Carl-Kaufmann-Medaille

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) wurde die Carl Kaufmann Medaille für besondere Verdienste um die deutschsprachige Gynäkologie 1985 geschaffen.

Die Auszeichnung wurde erstmals während des 46. Kongresses der Gesellschaft (Jubiläumstagung) in Düsseldorf (22.-26.8.1986) Prof. Otto Käser, Basel, verliehen.

Prof. Carl Kaufmann (1900 -1980) war ein hervorragender Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und wirkte, nach seinen Ausbildungs- und Assistentenjahren in Berlin als Lehrstuhlinhaber in Marburg und Köln. Zu seinen Schülern zählten u.a. Karl-Günther Ober (Erlangen) und Josef Zander (München).

Die Goldmedaille kann alle zwei Jahre bei dem wissenschaftlichen Kongress der DGGG an besonders verdiente Kliniker oder Forscher der Frauenheilkunde vergeben werden. Sie ist die höchste Auszeichnung, die einem Gynäkologen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zugesprochen werden kann.

Bisherige Preisträger der 1986 durch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe geschaffenen
Carl-Kaufmann-Medaille:

2008: Gerhard Bettendorf, Hamburg
2006: Erich Saling, Berlin
2004: Dieter Krebs, Bonn
2002: Hermann Hepp, München
2000: Benno Runnebaum
1998: Heinrich Maass, Hamburg
1996: Erich Burghardt, Graz
1994: Volker Friedberg, Mainz
1992: Rolf Kaiser, Köln
1990: Josef Zander, München
1988: Karl-Günther Ober, Erlangen
1986: Otto Käser, Basel

Die Auszeichnung wird auf den Kongressen der Gesellschaft verliehen