FAQ zum Zika-Virus, RKI

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Auszug aus den Häufigen Fragen

Wie viele Zikavirus-Fälle sind bislang in Deutschland aufgetreten?

In Deutschland besteht bislang keine gesetzliche Meldepflicht für Zikavirus-Infektionen und daher sind genaue Zahlen nicht bekannt. In einzelnen Fällen wurde das Virus aus betroffenen Gebieten importiert, etwa 2013 von einem Reiserückkehrer aus Asien. Auch im Rahmen der aktuellen Zikavirus-Epidemie in Süd- und Mittelamerika hat das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin einige Zikavirus-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert.

Stand: 15.02.2016

Ist das Zikavirus für Hirnfehlbildungen bei Kindern im Mutterleib verantwortlich?

Es gibt Hinweise, dass eine Infektion mit dem Zikavirus in der Schwangerschaft beim Fötus zu Fehlbildungen des Gehirns (pränatale Mikrozephalie) führen kann – insbesondere, wenn sich die Mutter im ersten Schwangerschaftsdrittel infiziert hat. Die betroffenen Kinder werden mit einem besonders kleinen Kopf geboren. Folgen können geistige Behinderung und andere schwerwiegende neurologische Störungen sein.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht das brasilianische Gesundheitsministerium derzeit von rund 4.800 möglichen Fällen von Mikrozephalie bzw. Schädigungen des Zentralen Nervensystems bei Neugeborenen seit Januar 2015 aus, was gegenüber den Vorjahren als Anstieg gewertet wird. Das Zikavirus wurde außerdem im Hirngewebe einzelner verstorbener Föten nachgewiesen. Auch in Französisch Polynesien wurde 2014/2015 von einer ungewöhnlichen Häufung von Hirnfehlbildungen berichtet. Derzeit wird ein möglicher Zusammenhang mit den Zikavirus-Ausbrüchen untersucht. Es gibt derzeit keinerlei Hinweise, dass eine vor der Schwangerschaft überstandene Zikavirus-Infektion ein Risiko für spätere Schwangerschaften bedeutet (siehe auch "Was sollten Schwangere beachten?").

Stand: 15.02.2016

Was sollten Schwangere beachten?

In Abstimmung mit dem RKI empfehlen das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) Schwangeren, von vermeidbaren Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete abzusehen, da das Risiko frühkindlicher Fehlbildungen derzeit nicht ausgeschlossen werden kann (siehe auch "Ist das Zikavirus für Hirnfehlbildungen bei Kindern im Mutterleib verantwortlich?"). Bei unvermeidbaren Reisen sollte auf konsequenten Mückenschutz geachtet werden. Schwangere sollten sich vor der Abreise dringend von einem Tropen- oder Reisemediziner mit Kenntnis der jeweiligen aktuellen Situation beraten lassen (eine Übersicht reisemedizinischer Beratungsstellen ist unter www.rki.de/reise zu finden). Zur Möglichkeit einer sexuellen Übertragung siehe "Wie wird das Zikavirus übertragen?" und "Was sollten Reisende beachten, wie kann man sich vor einer Infektion mit Zikaviren schützen?".

Stand: 08.02.2016 

Wie lässt sich eine Zikavirus-Infektion diagnostizieren?

In den ersten Erkrankungstagen lässt sich eine Zikavirus-Infektion im Blut und im Urin direkt nachweisen, später über eine Antikörper-Diagnostik. Für den Nachweis ist nach Angaben des NRZ für tropische Infektionserreger am Bernhard-Nocht-Institut bis zum 7. Tag nach Symptombeginn eine PCR aus Serum und Plasma sowie Urin sinnvoll, vom 8. bis 27. Tag nach Symptombeginn eine Serologie aus Serum (IgM- und IgG-Nachweis) sowie eine PCR nur aus Urin. Mehr als 28 Tagen nach Symptombeginn eignet sich nur noch die Serologie aus Serum. Bei fehlenden Symptomen ist dem NRZ zufolge eine serologische Untersuchung nur dann sinnvoll, wenn es sich um aktuell schwangere Reiserückkehrerinnen und männliche Reiserückkehrer mit schwangerer Partnerin handelt.

Stand: 09.02.2016

Wie wird das Zikavirus übertragen?

Zikaviren werden in den meisten Fällen durch den Stich infizierter Mücken, z.B. den in den Tropen und Teilen der Subtropen weit verbreiteten Gelbfiebermücken (Aedes aegypti), übertragen. Es ist nicht auszuschließen, dass neben der Gelbfiebermücke auch andere Mücken, z.B. die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) das Zikavirus verbreiten können. Die asiatische Tigermücke kommt vereinzelt auch in Süddeutschland vor (siehe auch "Wie groß ist die Gefahr, sich in Deutschland mit dem Zikavirus zu infizieren?"). In bislang zwei Fällen wurde auch über eine sexuelle Übertragung berichtet. Es ist jedoch noch nicht geklärt, wie lange das Virus im Sperma überdauern kann (siehe auch "Was sollten Reisende beachten, wie kann man sich vor einer Infektion mit Zikaviren schützen?"). Genetisches Material von Zikaviren wurde zudem im Urin und Speichel von symptomatischen Patienten nachgewiesen. Ob die Zikaviren auch durch Urin und Speichel übertragen werden können – und wenn ja, welche Rolle das für die aktuellen Ausbruchsgeschehen spielt –, ist noch nicht bekannt.

Stand: 08.02.2016

Antworten auf weitere Fragen finden Sie hier: http://www.rki.de/

Dokumente

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Zika-Virus

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