Diagnose Unterleibskrebs – wo werde ich am besten behandelt?

PRESSEMITTEILUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE E.V. (DGGG)

Berlin, im

Prof. Dr. med. Olaf Ortmann, Vorstandsmitglied der DGGG, 1. Stellv. Vors. der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO), Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg, Lehrstuhl für Frauenheilkunde der Universität Regensburg

In Deutschland erkranken jährlich knapp 30.000 Frauen an Unterleibskrebs (gynäkologische Krebserkrankungen). Beim Unterleibskrebs handelt es sich um eine heterogene Gruppe von Erkrankungen. Es sind verschiedene Organsysteme bzw. Teile von Organen von spezifischen Krebserkrankungen betroffen. Die wichtigsten gynäkologischen Krebserkrankungen sind das Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs), das Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs), das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs). Darüber hinaus gibt es seltenere Erkrankungen wie Schamlippen- und Scheidenkrebs. Seit 2008  wurden zur Optimierung der Behandlung von Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen Gynäkologische Krebszentren etabliert. Hier handelt es sich um Organkrebszentren, in denen Patientinnen mit oben angegebenen Tumorerkrankungen behandelt werden. Ziel ist es, die interdisziplinäre Behandlung in optimaler Weise durch zuführen. Derzeit existieren ca. 100 durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierte Zentren.  Die von einer gynäkologischen Krebserkrankung betroffenen Frauen unterliegen einer besonderen psychischen Belastung. Die Diagnosestellung versursacht Angst vor Tod und die damit verbundene Hilflosigkeit. Im Gegensatz zu Patientinnen mit Brustkrebs, die häufig einen aktiven Umgang mit ihrer Erkrankung haben und multiple Informationsmöglichkeiten nutzen, fühlen sich Frauen mit gynäkologischen Krebserkrankungen häufig alleine gelassen und ratlos. Die Diagnosestellung bzw. der Verdacht auf eine Krebserkrankung wird entweder vom Hausarzt oder vom Gynäkologen gestellt. Danach werden sie zur Durchführung der Therapie in Frauenkliniken geschickt. Derzeit werden ca. 30% der Erkrankten in gynäkologischen Krebszentren behandelt. Dieser Anteil muss gesteigert werden, um den betroffenen Frauen eine optimale Behandlung zukommen zu lassen. In gynäkologischen Krebszentren werden fast alle Frauen in prätherapeutischen Tumorkonferenzen vorgestellt, was eine qualitativ hochwertige Therapieentscheidung sicherstellt. Über 50% der Frauen werden psychoonkologisch behandelt und ca. 70% durch Sozialdienste beraten. Die Therapie erfolgt in jedem Zentrum durch mindestens zwei Spezialisten (Schwerpunktinhaber Gynäkologische Onkologie). Weitere Vorgaben, die sowohl die fachliche als auch die Prozess- und Versorgungsqualität betreffen unterscheiden die gynäkologischen Krebszentren von den meisten der nicht zertifizierten Einrichtungen. Im Jahre 2012 wurden pro Zentrum im Mittel 85 Primärfälle behandelt (Median 84,5 41 – 218). Zusammenfassend verfügen wir in Deutschland derzeit bereits über ein gut etabliertes Netz von gynäkologischen Krebszentren. Das Bewusstsein bei Ärzten und Betroffenen für das Vorhandensein dieser Zentren muss gesteigert werden, so dass ein Zugang wie in Brustzentren selbstverständlich wird. Die Zahl der behandelten Primärfälle sollte gesteigert werden, um möglichst vielen Betroffenen eine hochwertige Behandlung zukommen zu lassen.    München, den 10.10. 2014   Es gilt das gesprochene Wort. 

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